Weil die Biene ein Naturwunder ist!

Fleißig
In Deutschland sind etwa 85% der Nutz- und Wildpflanzen für ihre Bestäubung auf die Honigbiene angewiesen. Diese Bestäubungsleistung ist viel wichtiger als die Honigproduktion.



Faszinierend

Erst im 17. Jahrhundert entdeckte der Holländer Jan Swammerdam die weiblichen Geschlechtsorgane der Königin – bis dahin war man überzeugt, es könnte sich nur um einen Bienenkönig handeln, der einem Bienenvolk vorsteht.


Gesund

Für die Bienen ist Honig Nahrung und Wintervorrat. Bis zu 24 verschiedene Zuckerarten, über 100 verschiedene Aromastoffe, Aminosäuren, Vitamine, Enzyme, Spurenelemente, Mineralien und weitere Inhaltsstoffe sorgen für einen gesunden `Cocktail`.

Sozial
Das (Über)leben ist nur als Gruppe, als Superorganismus, möglich. Zum Beispiel sind im Volk immer um die 35 Grad, im heißen Sommer oder im kalten Winter, obwohl Bienen Insekten sind und damit keine warmblütigen Tiere.


Wertvoll

Wenn die Bestäuber fehlen, wird das für die Landwirtschaft teuer. In den USA bezahlen Obstbetriebe Imker, damit sie mit den Bienen zu ihren Plantagen kommen. In China gibt es sogar Regionen, in denen Obstbäume von Menschen per Hand bestäubt werden.

Unermüdlich
Für 1 Glas Honig (500g) muss eine Biene 40.000 Mal ausfliegen, dabei würde sie eine Entfernung von 3 Weltumrundungen zurücklegen und ganz nebenbei 75 Millionen Blüten besuchen und bestäuben!​



Die Biene - ein Leistungstier

Schon gewusst?

Die Biene schuftet von der Geburt bis zum Tod:

Sie ist Putzbiene, sie putzt die alten Brutzellen und bereitet sie für eine neue Eiablage der Königin vor.

Sie ist Ammenbiene, sie bereitet die Pollennahrung vor und füttert damit die Larven. Ihre Futtersaftdrüsen sind jetzt entwickelt und sie versorgt die jüngsten Larven und die Königin mit Gelée Royale.

Sie ist Baubiene, sie scheidet aus ihren Wachsdrüsen kleine Wachsplättchen aus und baut in Teamwork (Ketten von Bienen bilden ein dichtes Netz über der Baustelle) neue Waben oder repariert und verlängert existierende.

Sie ist Wächterbiene, sie kontrolliert am Flugloch alle, die in den Stock hinein wollen. Mit Hilfe ihrer Antenne nimmt sie den Geruch der Eindringlinge wahr. Sie kann ein Alarmpheromon abgeben und zusätzliche Arbeiterinnen zur Hilfe rufen, wenn der Eindringling zu gefährlich wird. Sie lernt jetzt erst zu fliegen und macht kurze Orientierungsflüge nicht weit entfernt vom Stock.

Sie ist endlich Sammelbiene, sie fliegt bis zu 30 mal am Tag aus und sammelt Nektar, Pollen, Propolis und Wasser. Sie verbraucht sich buchstäblich für ihr Volk und nach 2 bis 3 Wochen, mit eingerissenen Flügelspitzen, verliert sie die Fähigkeit zu fliegen und stirbt bei ihrem letzten Flug.

Mehr Ertrag durch die Biene? 

Der Ernteertrag ist stark von der Bestäubung der Biene abhängig. Höherwertige Samen und eine verkürzte Blütezeit sind zusätzliche positive Effekte.

Doch wie sieht der Ernteertrag ohne die Bienenbestäubung aus?

Apfel

Mit Bienen
100%
Ohne Bienen
37%

Birne

Mit Bienen
100%
Ohne Bienen
11%

Kirsche

Mit Bienen
100%
Ohne Bienen
38%

Buchweizen

Mit Bienen
100%
Ohne Bienen
25%

Möhren (Samen)

Mit Bienen
100%
Ohne Bienen
4%

Woher kommt unser Honig?

In Deutschland wird nur 20% des verzehrten Honigs heimisch produziert und 80% importiert, leider oftmals aus weit entfernten Ländern wie aus Süd-Amerika oder China.

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Honig lässt sich importieren, Bestäubungsleistung nicht!

Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.

Albert Einstein

Bienenretter werden!

Weil die Biene in Gefahr ist

Monokultur

Monokultur (gleiche Pflanzenart über mehrere Jahre auf gleicher Fläche oft auch verbunden mit riesigen Feldern ohne Hecke) wird immer häufiger angewendet, der Effizienz wegen. Die Nachteile sind einseitiges Nutzen von Böden (kompensiert mit Düngern) und Anfälligkeit der Pflanzen für Schädlinge (kompensiert mit Pestiziden).

Monokultur fördert durch eingeschränkte Nahrungsvielfalt und Lebensraum das Bienensterben.

Pestizide / Pflanzenschutzmittel (PSM)

Pestizide sind giftig, dafür wurden sie sogar entwickelt. Besonders gefährlich für die Bienen sind unter anderem die modernen Nervengifte, wie die Neonicotinoide, oder auch stoffwechselhemmende Chemikalien, wie die Carboxamide (SDHI) .
Neonicotinoide sind ca. 5.000 mal toxischer als das verbotene DDT. Sie zerstören das Orientierungsvermögen, so dass die Bienen nicht mehr zu ihrem Stock zurückfinden.
Carboxamide hemmen den Komplex II der Atmungskette (= Teil des Energiestoffwechsels der meisten Lebewesen). In einer Studie (Nov. 2019) zur Toxizität der Wirkstoffe für Regenwürmer, Honigbienen sowie menschliche Zellen, warnen Forscher vor der fehlenden Spezifität der Wirkstoffe und der Möglichkeit, dass die toxischen Effekte übersehen werden könnten. Sie appellieren an eine erneute Prüfstand des Zulassungsverfahrens.
Die zerstörerische Kraft der PSM, wenn sie sich als Cocktail (Herbizide+Fungizide+Insektizide) in den Böden anreichen, ist noch weitgehend unerforscht. Im Labor werden oft nur die Effekte der einzelnen Wirkstoffe geprüft.

Varroamilbe

Die Varroamilbe (lat. Varroa destructor) ist ein Parasit der Honigbiene. Sie entwickelt und vermehrt sich in der Brut. Die Milben schwächen die Bienen auf verschiedene Weise: die befallenen Bienen schlüpfen kleiner und haben eine deutlich kürzere Lebenserwartung, die Milben übertragen zudem Viren, die weitere Schädigungen verursachen. Die Varroamilbe gilt als eine Hauptursache des Bienensterbens in Deutschland.

Bienenretter werden!

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